Sonntag, 28. September 2014

Blue Post Hotel

Heute war mein letzter Sonntag in Kenia, der wie immer mit dem Gottesdienst in der Karenvineyardchurch begann. Nach dem Gottesdienst sind Nicole und ich zusammen mit Eliud zum Blue Post Hotel gefahren, welches ein Stück hinter Nairobi liegt. Zu dem Hotel, welches übrigens im Besitz des Präsidenten Uhuru Kenyatta ist, gehört eine wunderschöne Anlage. So konnten wir beim Essen den Anblick des kleinen Wasserfalls genießen.
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Anschließend besuchten wir noch den kleinen Tierpark, der zu der Anlage gehörte. Hauptsächlich hatten wir das Blue Post Hotel ausgesucht, weil ich Bushbabys sehen wollte. Dieses war aber leider gerade am Schlafen, als wir dort waren, sodass ich nur ein kleines Fellbündel bewundern konnte. Der Ausflug hat sich aber auf jeden Fall gelohnt und war ein schöner Abschluss J
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Die verbleibenden zwei Tage werden wie im Flug umgehen. Morgen gehen wir mit den Erstklässlern Schuluniformen fürs nächste Jahr kaufen und anschließend bin ich bei Pastor Paul und seiner Frau zum Chapati Essen eingeladen. Am Dienstag stehen dann der Abschied in der Kita und der Omigottesdienst an. Und dann ist meine Zeit hier leider schon herum. Die letzten zwei Tage werde ich aber auf jeden Fall nochmal genießen! J
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Freitag, 26. September 2014

Lake Nakuru National Park


Wie ihr schon am Titel ablesen könnt, waren wir gestern auf Safari im Lake Nakuru Nationalpark und es war wunderschön! Nicole hatte schon zu Anfang gesagt, dass wir am Ende meines Aufenthalts dorthin fahren können, wenn ich noch genug Geld habe, da es nicht gerade sehr günstig für Touristen ist. Das Geld hat aber zum Glück noch gereicht und so brachen wir gestern Morgen gegen sechs Uhr in der früh auf. Die Fahrt dorthin dauerte ca. drei Stunden, was mir aber wesentlich kürzer vorkam, da ich unterwegs schon die wunderschöne Landschaft bewundern konnte. Nach ca. zwei Stunden Fahrt sagte Nicole, dass ich ab jetzt mal auf die Wiesen achten sollte, da hier oft Zebras und andere Tiere wären. Just in dem Moment sahen wir auf der Wiese neben der Straße total viele Zebras und Warzenschweine.  Voll krass, die leben dort einfach in der Natur, wie bei uns zum Beispiel Rehe. War echt überwältigend, gerade weil Zebras meine Lieblingstiere sind.
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Wir haben eine Menge Tiere und wunderschöne Natur gesehen. Hier meine persönlichen Highlight:

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1. Der „Out of Africa“ Ausblickpunkt. Wir fuhren mit dem Auto einen steilen Berg hinauf. Oben angekommen hatte man einen total genialen Ausblick über den ganzen Nationalpark. Lake Nakuru ist übrigens ein sogenannter „Mirrorlake“, sodass man sehen konnte, wie die Wolken sich im Wasser gespiegelt haben. Echt wunderschön! FotoDort habe ich auch einen kurzen Schockmoment erlebt. Ich bin den Weg ein Stück allein entlang gelaufen, um zu sehen, was sich hinter der nächsten Kurve befindet. Und plötzlich stand dort unter einem Baum ein riesen Büffel, der schnaubte. Wie ich vorstellen könnt, bin ich so schnell ich konnte zurück zum Auto gelaufen. Da dort kein Zaun oder so war, hatte ich ein wenig Angst, dass mich der Büffel angreift :D





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2. Das Ufer des Sees. Da es in den letzter Zeit sehr viel dort geregnet hat, sind viele Wege und auch Bäume dort überschwemmt gewesen. Trotzdem sind wir Gott sei Dank zum Ufer des Sees gekommen. Dort waren wirklich eine Menge wundervoller Vögel u.a. Flamingos und Pelikane. Am Beeindrucktesten war es die Pelikane fliegen zu sehen. Die haben echt eine große Flügelspanne. Leider ist es mir nicht gelungen ein Foto davon zu machen, da ich nie schnell genug reagiert habe L
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3. Die einsame Giraffe. Plötzlich sahen wir in der Ferne eine einsame Giraffe. Als wir uns ihr mit dem Auto nähern wollten, hatten wir plötzlich eine Platten. So liefen Nicole und ich den weiteren Weg zu Fuß, während unser Fahrer den Reifen wechselte. Ich hatte ein wenig Angst, da um uns herum viele Büsche waren und es in dem Nationalpark auch Löwen gibt. Denen wären wir dann wohl hilflos ausgeliefert gewesen. Wir haben es aber zum Glück heil überstanden J
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4.Der Wasserfall. Ich liebe Wasserfälle, deswegen habe ich mich total gefreut, dass es in dem Park auch einen kleinen gab. Tiere haben wir dort leider keine getroffen, aber der Wasserfall selbst war eigentlich schon genug.

Foto5. Die Nashörner. Das absolute Highlight waren die Nashörner. Ich hatte vorher im Internet schon gelesen, dass es dort welche geben soll, aber nach fünf Stunden hatten wir immer noch kein einziges gesehen. Als wir schon auf dem Weg zum Ausgang waren, sah ich plötzlich welche in der Ferne. Wir sind tatsächlich bis auf ein paar Meter an sie herangefahren. Ein riesen Geschenk, dass wir sie sehen durften. Beim Anblick ihres Horns hatte ich echt großen Respekt vor ihnen, aber sie waren zum Glück sehr friedlich.
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Zusammenfassend war es ein mega schöner Tag, an dem wir fast alle Tiere des Parks gesehen haben. Leider keine Löwen, aber dafür haben wir viele Skelette von Tieren gesehen, die die Löwen hinterlassen haben J
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Mittwoch, 24. September 2014

Verborgene Talente? ;-)

Gestern trafen wir uns wieder wie jeden Dienstag bei Shosho Maina für den Omagottesdienst. Das Besondere war jedoch, dass ich dieses Mal predigen sollte.  Eigentlich habe ich von Anfang an gesagt, dass das nicht so mein Ding ist und ich mir das in Englisch erst Recht nicht vorstellen kann. Aber vor ein paar Tagen habe ich etwas  über echte Gemeinschaft in einem Andachtsbuch gelesen und musste sofort an die Shosho Fellowship denken, da dort zum größten Teil echte Gemeinschaft gelebt wird, aber zum anderen manche Shosho nicht mehr kommen aufgrund von Streit oder Ähnlichem.  Ich hatte auf einmal das Gefühl, dass Gott mir sagt, ich soll das an die Shoshos weitergeben und nachdem ich ein wenig darüber nachgedacht habe, bin ich letztendlich zu dem Entschluss gekommen, dass ich es tatsächlich machen möchte. Es ist schließlich Gott, der sprechen wird und mich dafür gebraucht. So habe ich übers Wochenende meine erste richtige Predigt vorbereitet. Das heißt, erst den ganzen Text auf Deutsch geschrieben und anschließend ins Englische übersetzt.
Ich war vorher echt aufgeregt. Schließlich haben diese Shoshos schon viel mehr Lebenserfahrungen als ich. Aber Pastor Paul hat mich vorher auch nochmal ermutigt und meinte, wenn ich etwas total Unpassendes sagen würde, könnte er das beim Übersetzen ja auch einfach weglassen.
So habe ich mich am Anfang erst noch einmal ein wenig genauer vorgestellt und erzählt wie ich Jesus kennengelernt habe. Anschließend habe ich die drei Voraussetzungen für echt Gemeinschaft mit Hilfe von Bibelstellen  und Erfahrungen aus meinem Leben vorgestellt. Für diejenigen, die das interessiert: Authenzität, Mitgefühl und Barmherzigkeit.  Es hat echt Spaß gemacht und gut geklappt. Dadurch, dass Pastor Paul immer übersetzt hat, hatte ich genug Zeit mit den nächsten Satz durchzulesen, sodass ich frei sprechen konnte.  Mal schauen, was Gott zukünftig mit mir in der Beziehung noch vorhat ;-)
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Nach dem Omi Gottesdienst haben wir noch Baby Nicole (die übrigens nach Nicole benannt ist) und ihre Mutter im Krankenhaus besucht.  Nicole hatte nämlich seit ein paar Tagen Durchfall, was bei Babys ja ziemlich gefährlich sein kann. Trotzdem war sie richtig gut drauf und es war sehr lustig mit ihr. Heute Morgen ist sie glücklicherweise auch entlassen worden J
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Sportschuhe gesucht!
Heute stand der Schuluniformeinkauf für nächste Jahr mit den Zweitklässlern an. Die Schule schließt hier nämlich schon am 15.11. und da im Oktober die Regenzeit beginnt und dann alles viel komplizierter aufgrund der schlechten Straßenverhältnisse ist, ist es wichtig schon Voraus zu planen. So kamen die 10 Kinder nach dem Mittagessen zur Kita und Nicole, Paul und ich haben uns zusammen mit ihnen auf dem Weg in die Stadt gemacht. Mir hat das Ganze echt Spaß gemacht. Es ist aber auch echt anstrengend, weil man die vielen Kinder die ganze Zeit im Auge behalten muss und sie natürlich auch gerne laut sind und rumspringen usw. Zuerst sind wir zum Schuhmacher gegangen und haben die Schuhe ausgesucht, damit er diese während unseres weiteren Einkaufes fertig stellen konnte. Anschließend ging es auf den Markt, um Sportschuhe zu kaufen. Das war der schwierigste Part, da nicht unbedingt die passenden Größe bzw. Farben für Jungen und Mädchen (obwohl das den Kindern ja zum Glück eh egal ist und die Jungs auch oft pink tragen) verfügbar sind. Nachdem wir diesen Part gemeistert hatten, ging es zum Abschluss zum Uniformgeschäft, wo jedes Kind zwei Ausführungen der Schuluniformen, einen Trainingsanzug und eine Schultasche bekam.
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beim Schuhmacher

Auf der Straße vor dem Geschäft hielten sich die Jugendlichen/Erwachsenen auf, die Kleber schnüffeln. Nachdem wir mit der Auswahl der Uniformen fertig waren und auf die Quittungen gewartet haben, habe ich mich mit einem ein wenig unterhalten. Kevin(21) war zwar schon ein wenig zugedröhnt, aber ich war überrascht wie gut er Englisch sprach. Es kamen darauf noch ein paar andere, unter anderem der 32-Jährige „King of Django“ mit dem ich per Ghettofaust jetzt Freundschaft geschlossen haben. Auch wenn die Kinder erst ein wenig Angst vor denen hatten und sich später dann über sie lustig gemacht haben, fand ich die sehr nett. Traurig ist, dass es sehr schwer ist diese Leute zu resozialisieren. Nicole hat das schon mit zwei Jungen versucht, aber er hat nicht funktioniert. Es war auf jeden Fall eine neue Erfahrung für mich und ich bin froh, dass ich sie nochmal ein wenig persönlich kennenlernen durfte.
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Schuluniformen soweit das Auge reicht!

Ich möchte euch heute, da das Ende dieses Blogs schon ziemlich nah ist, ermutigen auch eine Patenschaft für eines der Kinder hier zu übernehmen. Bildung ist die beste Möglichkeit die Kinder davor zu bewahren, dass sie auf der Straße enden. Ich durfte die Arbeit die Nicole hier macht, die letzten Wochen kennenlernen und kann euch sagen, dass sie den Kindern viel mehr gibt als nur Bildung. Gleichzeitig sind sie und Pastor Paul Ansprechpartner für die Eltern und versuchen auch oft bei familiären Problemen zu helfen. Durch die Zusammenarbeit mit einem Doktor hier, können die Kinder auch in jedem Krankheitsfall zu ihm gehen und ihre Rechnungen werden bezahlt.  Außerdem haben die Kinder immer genug zu essen. Für 25-30€ (je nachdem wieviel ihr geben wollt) könnt ihr einem Kind eine gute Zukunft bieten! Einzelspenden für verschiedene Projekte wie den Omagottesdienst oder insgesamt bedürftige Familien sind natürlich auch willkommen! Das Coole ist auch, dass ihr wirklich eine Beziehung zu euren Patenkindern aufbauen könnt und nicht wie bei den großen Organisationen nur einmal im Jahr zu Weihnachten eine vorgedruckte Karte bekommt. Dabei ist das natürlich kein Muss.
Ich werde auf jeden Fall auch eine Patenschaft übernehmen! Habe mir das Kind schon ausgesucht J
Falls ihr Interesse habt, könnt ihr Nicole einfach eine Mail schreiben:  nicole.visser@gmx.de

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Im Gespräch mit Kevin


Sonntag, 21. September 2014

Erster Urlaubstag & Karen Blixen


Gestern war der erste Urlaubstag, den ich hier hatte. Ich bin natürlich nicht hierhin gekommen, um entspannten Urlaub zu machen, sondern um so viel wie möglich zu lernen, zu sehen und zu helfen. War aber trotzdem mal ganz schön den halben Tag nur zu chillen.
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Wie jeden Samstag haben wir zuerst den Einkauf für die nächste Woche erledigt und die Sachen zur Kita gebracht. Anschließend sind wir dann ca. 45 Minuten (an sportlicher Fitness habe ich während meines Aufenthalts bestimmt nichts verloren;-)) zu einer sehr schönen Anlage etwas außerhalb Ngongs gelaufen. Die Anlage enthält eines Swimmingpool, einen Spielplatz, eine sehr schöne Wiesen für Hochzeiten und einen kleinen Campingplatz. Das Besondere in Kenia ist, dass man die Anlagen oft einfach benutzen darf und erst bezahlen muss, wenn man ins Wasser geht. Leider habe ich mich meinen Bikini nicht mitgenommen, aber es war total entspannend dort einfach für drei Stunden in der Sonne bzw. Schatten zu liegen. Ich habe besonders die Stille genossen, da dort keine Autos oder laut hupenden Busse vorbeifahren, sondern man sogar die Vögel zwitschern gehört hat ;-) Die Anlage wurde übrigens von Niederländern erbaut und wird auch von diesem immer noch gemanaged. Die Erlöse gehen an ein Kinderheim, welches auch von den Niederländern gegründet wurde.
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Heute sind wir nach dem Gottesdienst zum Karen Blixen Kaffeehaus und ihrem Haus gelaufen. Karen Blixen war eine Dänin, die in der Kolonialzeit nach Kenia gekommen ist und auf einer Farm gewohnt hat. Sie hat auch die erste Schule hier eröffnet. Wenn ihr mehr über ihr Leben wissen wollt, kann  ich euch den Film „Jenseits von Afrika“ empfehlen.  Die Anlage des sogenannten Kaffeehauses ist zu einem Hotel mit Restaurant umgewandelt worden und echt sehr schön. Wir haben auch die Honeymoon Suite besichtigt. Echt wunderschön, aber natürlich auch sehr teuer.

Anschließend sind wir weiter zu dem originalen Haus von Karen Blixen gelaufen, in dem sich ein Museum befindet. Wir haben uns aber das Haus nur von außen angeschaut, weil der Eintritt für das Museum sehr teuer für mich gewesen wäre und mich das Besteck und Bett von Karen jetzt eh nicht so interessiert haben ;-)

 

Während wir unterwegs waren, bekam Nicole die Nachricht, dass eine Familie nichts mehr zum Essen  hat. Aus diesem Grund ist Pastor Paul nach unserem Ausflug zu uns gekommen und wir haben uns gemeinsam auf den Weg gemacht. Die Situation ist leider ein wenig schwierig, da die Mutter alleinerziehend ist und vier Kinder hat. Da sie nicht lesen kann, ist es schwer für sie einen Job zu bekommen. Sie ist noch sehr jung, deswegen macht es auch keinen Sinn, ihr einfach jeden Monat Essen zu bringen, da das Problem dadurch nicht wirklich gelöst ist. Es geht vielmehr um Hilfe zur Selbsthilfe. Wir haben verschiedene Möglichkeiten durchgegangen (ist übrigens sehr anstrengend, da viel drumherum geredet wird…), aber bis jetzt noch keine Lösung gefunden. Manchmal hilft eben doch nur Beten. Wir haben ihr dann erst mal für heute und morgen etwas zu Essen gekauft. Da es schon um sechs Uhr dunkel wird, war es das dritte Mal, dass ich im Dunkeln draußen war. War cool, weil ich endlich mal die Möglichkeit hatte, mir die Sternbilder hier anzuschauen. Habe ein paar schöne gesehen, aber weiß leider nicht, wie sie heißen.

Anschließend haben wir noch eine andere Familie „briefly“ besucht, da die Mutter auch nach Geld gefragt hatte. Gegen halb neun waren wir dann zu Hause.  Es war also echt ein sehr langer Tag heute und ich habe mal wieder erlebt, dass Missionare eigentlich nie frei haben ;-)

Freitag, 19. September 2014

Dann war da noch...

Die Woche ist schon fast rum und ich habe eigentlich nichts außergewöhnliches Neues erlebt, mit dem ich einen ganzen Blogartikel füllen könnte. Es gab jedoch verschiedene kleinere Sachen, die ich in dieser Woche erlebt und die mich beschäftigt haben.
Am Mittwoch habe ich fünf Kinder aus der Pre-Unit Klasse zur Schule begleitet, wo sie Tests in Englisch, Lesen,  Mathe, Suaheli und Sachunterricht machen musste, um zu schauen, ob sie bereit fürs erste Schuljahr sind. Das neue Schuljahr fängt hier nämlich schon im Januar an und da die Ferien bereits Mitte November beginnen, bleibt ihnen nicht mehr viel Zeit.
Die beiden Mädchen haben bei den Tests ziemlich gut abgeschnitten. Die drei Jungs haben jedoch in allen Bereichen zum Teil sehr große Defizite. Einer der Jungs ist ein Massai und er versteht zum Teil kein Suaheli, obwohl er schon seit fast fünf Jahren zur KiTa geht. Seine Eltern sprechen jedoch zu Hause ausschließlich Massai, deshalb musste bzw. muss er sogar zwei komplett neue Sprachen lernen. Ich habe die Lehrer der KiTa gefragt, warum er Suaheli denn immer noch schlecht versteht und spricht, wenn er schon so lange bei ihnen ist. Sie meinten dann, dass er über die Ferien oft wieder fast alles vergessen hat. Das Ganze hat mich ein wenig an meine DaZ Seminare in der Uni erinnert…
Als wir dann wieder an der KiTa waren, hat mich die ganze Situation irgendwie ein wenig frustriert. Die Jungs  sollen nämlich im Januar trotzdem das erste Schuljahr besuchen, obwohl sie immer noch nicht lesen können. Das hat in meinen Augen keinen Sinn gemacht  und mir taten die Kinder leid, die dann frustriert in den Klassen sitzen und nicht mitkommen. Sie können jedoch auch nicht in der KiTa bleiben und wiederholen, da sie zum Teil schon bis zu drei Mal das Schuljahr wiederholt haben und sonst zu alt sind ins erste Schuljahr zu kommen. So bleibt einfach zu hoffen, dass die Kinder gute Lehrer bekommen, die sie besonders fördern.
Förderung ist hier aber eher ein Fremdwort. Falls Kinder nicht gut sind, wird einfach gesagt, sie sind „poor“ und dann hat sich das. Die starken Kinder bekommen immer sehr viel Lob, was ja auf jeden Fall auch richtig ist, aber die schwachen Kinder werden oft total angemeckert und runtergemacht, weil sie Sachen schon wieder nicht geschafft haben. Mir tut das dann immer voll leid, weil die oft gar nichts dafür können und es bringt ja rein gar nichts, denen immer wieder zu sagen, wie schlecht sie sind ohne ihnen Hilfestellungen zu geben, es besser zu machen.
Mich erinnern der Unterricht und die Didaktik insgesamt ziemlich an unser Schulsystem zur Zeit meiner Großeltern. Irgendwie echt krass, wie lange das dauert bis die wissenschaftlichen Erkenntnisse solche Länder wie Kenia erreichen.  Ich hab schon überlegt, ob ich den Lehrern mal erzählen soll, was ich so lerne und warum ich das für besser erachte. Denke aber nicht, dass das was bringen würde, da sie hier einfach auch ganz andere Voraussetzungen haben.
Es gibt aber auch Sachen, die mir besser gefallen als bei uns. Das eine habe ich schon mal angesprochen. Die Kinder hier hören viel besser auf ihre Lehrer und haben für das junge Alter eine beeindruckende Arbeitshaltung. Außerdem beneide ich die Kinder, um ihr gutes Englisch.  In der einen Schule dürfen die Kinder von montags-donnerstags nur Englisch und freitags nur Suaheli sprechen. Das gilt auch für die Pausen, in denen ein Schüler den Lehrern dann mitteilt, falls sich ein Kind nicht daran hält. Bestrafung sind dann fünf Schläge mit dem Stock. Das wiederum finde ich natürlich nicht gut, aber das Resultat dieser Maßnahme ist auf jeden Fall erstaunlich.
 
Teacher Michael versucht mich übrigens jeden Tag zu überreden, dass ich ihn heirate. Seine neuste Idee ist, dass ich warte bis er 40 ist (in 13 Jahren), weil er dann einen Doktortitel  und viel Geld hat. Ich versuche ihm schon die ganze Zeit zu erklären, dass ich ihn nicht wegen seinem wenigen Geld nicht heiraten will, sondern wegen der fehlenden Liebe. Er hört aber nie so genau hin bzw. überhört das extra. Ist meistens aber eigentlich ziemlich lustig, weil ich mich mit den anderen Lehrerinnen immer über ihn kaputt lache :D

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Auf dem Rückweg von der KiTa hat uns ein netter Mann mit seinem Pick-Up mitgenommen. Ich wollte lieber auf der Ladefläche sitzen und es hat auch mega Spaß gemacht. Manchmal ist es auch gut, wenn die Gesetze in Ländern nicht so ernst genommen werden.

Dienstag, 16. September 2014

Ein ganz besonderer Omagottesdienst


Wie jeden Dienstag fand heute der Omagottesdienst statt, der dieses Mal besonders lange, aber auch im Allgemeinen sehr besonders war. In Nicoles Predigt ging es heute um Johannes 14,6, wo Jesus sagt: „ Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“  Es ging darum, dass es letztendlich nur einen Weg gibt, der zu Gott führt und das ist Jesus.  Viele Menschen glauben an Gott und beten, aber sie haben keine Entscheidung getroffen ihr Leben mit Jesus zu leben. Heißt sie haben nicht bewusst das Geschenk angenommen, das er uns gemacht hat, indem er für unsere Sünden gekreuzigt wurde.

Am Ende ihrer Andacht fragte Nicole in die Runde, wer von den Shoshos eine Entscheidung für Jesus treffen möchte und nachdem der Pastor nochmal erklärt hatte, was genau Erlösung bedeutet, hoben schließlich fast alle Shoshos die Hand. Mich hat das echt überrascht, weil ich eigentlich immer davon ausgegangen bin, dass der Großteil der Shoshos schon lange mit Jesus lebt. Der Omagottesdienst findet schließlich schon seit circa zwei Jahren statt.  Nicole hat mir im Nachhinein erzählt, dass sie diese Frage schon öfter gestellt hat, aber sich dann nie irgendjemand gemeldet hat. Es hat also eine Zeit gedauert bis die Shoshos alles verstanden haben und sie bereit waren diese Entscheidung zu treffen. Ich denke aber, dass das gut so ist. Ich würde nämlich behaupten, dass gut überdachte Entscheidungen, die in einem Prozess entstanden sind, sich im Regelfall beständiger erweisen.  (Ausnahmen bestätigen da natürlich die Regel!).

Es ist voll das Privileg, dass ich diesen Tag miterleben durfte und ich bin sehr glücklich darüber!

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abschließendes Beten für bestimmte Anliegen
 
Auf dem Heimweg trafen wir dann den einzigen Opa des Gottesdienstes, der die blinde Shosho nach Hause führte. Wir haben bei unserem letzten Besuch bei Shosho Blind entdeckt, dass die beiden Nachbarn sind und haben schon spekuliert, dass er sie ja eigentlich mitnehmen könnte. Aber als er das heute dann tatsächlich gemacht hat, waren wir echt überrascht und haben uns mega gefreut. Das war echt ein sehr rührendes Bild wie er sie an der Hand hatte und sie zurück zu ihrer Hütte geführt hat J

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praktizierte Nächstenliebe :)
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Sonntag, 14. September 2014

Nairobi Safari Walk


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Wie jeden Sonntag besuchten wir heute den Gottesdienst der Karen Vineyard Church. Ich mag die Gemeinde total. Die Menschen kommen aus vielen verschiedenen Ländern und sind alle sehr nett! Die Predigten des Pastors sind total gut und auch die Bands gefallen mir. Als erstes Lied wurde heute „Blessed be your name“ gesungen.  Da hab ich mich mega gefreut, weil ich das Lied erstens richtig gerne mag und es zweitens Saras absolutes Lieblingslied war, sodass ich sofort an sie denken musste.

Der Predigttext war heute aus dem Markusevangelium (Mk 9,14-29). In dem Text wird ein besessenes Kind zu den Jüngern gebracht mit der Bitte den bösen Geist auszutreiben. Diese schaffen es jedoch nicht, sodass Jesus den Geist dann austreibt. In der Predigt ging er darum, dass wir lernen müssen Gott zu vertrauen. Oft hindert uns unser Kleinglaube daran, dass wir wirklich Gottes große Kraft erleben können. Mir fällt es oft auch schwer Gott solche großen Sachen wie Heilung zu zutrauen und es erfüllt mich zum Teil sogar mit Angst, dass er wirklich fähig ist, solche Sachen zu tun. Manchmal bete ich für große Wunder und habe gleichzeitig Angst, dass sie wirklich geschehen. Ich denke,  ich habe einfach Angst, dass etwas geschieht und ich keinerlei Kontrolle darüber habe. Dabei kann ich gewisse sein, dass uns alles zum Besten dient. Auch der Vater in der Geschichte sagt: „ Ich vertraue ihm ja- und kann es doch nicht! Hilf mit vertrauen!“ Das finde ich wieder mega cool. Wir müssen dieses Vertrauen nicht zwanghaft versuchen herzustellen, sondern dürfen Gott darum bitten, dass er es uns schenkt. Das war jetzt wohl genug Predigt für heute ;-)
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Nach dem Gottesdienst haben wir uns auf dem Weg zum Nairobi Safari Walk gemacht. Das ist eine Anlage vor dem Nationalpark, durch die man laufen kann und die verschiedenen Tiere in Gehegen sieht. Ähnelt sehr unserem Zoo, nur das die Flora und Fauna natürlich unterschiedlich ist. Es war auf jeden Fall sehr schön. Ich habe ein Hippo, eine Giraffe, ein Nashorn, Zebras, Geparde, Leoparden und noch viele andere Tiere gesehen. Nebenbei bemerkt, habe ich auch Deutsche getroffen. War ziemlich lustig, weil wir an einem Gehege standen und ich Nicole gefragt habe, wie das Tier wohl heißt und die Frau neben mir geantwortet hat.  Dann musste ich ein bisschen aufpassen, was ich sage, weil ich mich eigentlich daran gewöhnt habe, dass keiner uns versteht, wenn wir Deutsch sprechen.

Auf dem Rückweg wollte ich noch kurz eine Kette an einem Souvenirstand kaufen. Natürlich ist es nicht bei der Kette geblieben und ich habe mir noch andere Sachen aufschwatzen lassen. Sind aber echt schön, deswegen bereue ich das nicht. Ich sollte mich aber in den restlichen zwei Wochen wohl eher von den Souvenirständen fernhalten, sonst habe ich am Ende echt kein Geld mehr :D
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