Mittwoch, 3. September 2014

Besuch der Partnerschulen


Nachdem ich heute Vormittag das erste Plakat fertiggestellt habe und ansonsten wieder in der Nursary Class war, haben wir uns nach dem Mittagessen auf den Weg zu den Partnerschulen gemacht.  Die P.C.E.A. ist nicht weit von der KiTa entfernt und ein Drittel der Schüler wird durch Nicoles Patenschaften organisiert. Als wir dort ankamen, war gerade Mittagspause, sodass sich die Kinder auf dem Schulhof aufhielten und ihr Mittagessen aßen. Nicole und Paul hatten noch ein wichtiges Gespräch mit der Lehrerin, weshalb ich mich einfach mal auf dem Schulhof umgesehen habe. Schon nach kurzer Zeit kamen die Kinder der letzten Woche zu mir, die ich nicht sofort erkannt habe, da sie alle die gleiche Schuluniform tragen. Ich war dann auch schnell von den Jüngsten umgehen, die mir von dahin auf Schritt und Tritt gefolgt sind. Meine Verständigung mit ihnen bestand aber nur aus der 1000fachen Frage:“How are you?“. Diese Frage wird uns hier übrigens jeden Tag nicht nur einmal gefragt. Wenn wir durch die Stadt laufen, rufen die Kinder nicht „Hallo“ oder so, sondern immer „How are you?“. Manchmal ist schon ein wenig  nervig, aber die meiste Zeit kann ich drüber lachen ;-)

Ich hab mich auf jeden Fall sehr gefreut die älteren Kinder der letzten Woche wieder zu treffen. Sie haben mir ihre Klassenzimmer gezeigt und ich habe mich ein wenig unterhalten. Es handelt sich bei der P.C.E.A. übrigens um eine Privatschule. Das heißt, die Klassenzimmer sind im Vergleich zu den staatlichen Schulen gut ausgestattet. In den staatlichen Schulen müssen die Kinder ihren eigenen Tisch und Stuhl besorgen. Ich werde die P.C.E.A. in den nächsten Wochen auf jeden Fall nochmal besuchen und mir auch deren Unterricht anschauen. Teacher Florence, eine wirklich sehr engagierte und nette Frau, meinte, dass ich dann auch unterrichten könnte. Bin mir noch nicht ganz sicher, ob ich das will. Nachher lernen die Kinder noch falsches Englisch. Aber mal schauen…
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Anschließend sind wir durch den Slum zur zweiten Partnerschule gelaufen. Nicole hat mir dabei die Stelle gezeigt, wo Kids for Christ Ministry begonnen hat. In den Anfängen hat sie im „Garten“ einer Frau, dessen Sohn sie auf einer Müllhalde getroffen hat, angefangen Ugali (Maismehl) zu kochen und an die Kinder zu verteilen. Außerdem haben wir, wie eigentlich immer, noch Eltern und Shushu von Patenkindern getroffen, die noch mit Nicole und Paul reden wollten. Kenianer haben übrigens ein anderes Verständnis von „right now“, „briefly“ und „I´m on my way“.  Nicole und ich lachen nur noch, wenn Pastor Paul diese Wörter benutzt, auch wenn es manchmal ein wenig anstrengend ist ;-)

Right now= sie unterhalten sich noch mindestens fünf Minuten weiter

briefly= je nachdem, in welchem Zusammenhang kann das eine Zeitspanne von 30Min- 1,5h umfassen

I´m on my way= sie sind oft noch nicht losgelaufen, aber haben vor, das sofort zu tun

Auf dem Rückweg von der zweiten Partnerschule, auf die nur sieben Kinder von Nicoles Organisation gehen, sind wir an der staatlichen Schule vorbeigekommen. Dort waren die Kinder alle auf dem riesen „Schulhof“ spazieren. Laut Nicoles Erfahrungen tun sie das eigentlich den ganzen Tag und können manchmal in der siebten Klasse noch nicht mal ihren eigenen Namen schreiben…

Außerdem habe ich die Müllhalde von Ngong gesehen, an der sich die allerhässlichsten Vögel aufhalten, die ich bis jetzt gesehen habe.

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Maribus

Nah bei der Müllhalde befindet sich der Friedhof. Auch hier muss man Geld für die Gräber zahlen. Die Gräber, die ich gesehen habe, waren zum größten Teil kaum älter als ein Jahr. Die Gräber werden nämlich immer wieder „recycelt“. Auffallend war auch, dass es sehr viele Baby und Kindergräber gab.
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Zum Abschluss des Tages haben wir uns noch mit einem ehemaligen Schulleiter der Partnerschulen in einem Café getroffen. Er ist am Montag einfach ohne Begründung entlassen worden und hat ab jetzt keine Arbeit mehr.  In Kenia gibt es sowas wie Kündigungsfrist oder Ähnliches nur selten…

Dienstag, 2. September 2014

Anne´s Geburtstag


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Teacher Jane, Teacher Naomi und Teacher Anne

Wie schon angekündigt, haben wir heute den Geburtstag von Teacher Anne gefeiert. Für diesen besonderen Anlass wurde natürlich Kuchen gekauft, von dem jedes Kind ein Stück bekommen hat. Ich habe Anne übrigens eine Tafel weiße Schokolade aus Deutschland geschenkt, worüber sie sich auch sehr gefreut. Es gibt hier zwar Schokolade zu kaufen, aber sie ist sehr teuer, weshalb die Kenianer sie selten essen.
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Ein Projekt für die nächsten Wochen, das ich auf Vorschlag von Nicole ausgesucht habe, ist es übrigens Plakate neu zu zeichnen. In den Klassenzimmern hängen nämlich verschiedene selbstgemalte Plakate mit Buchstaben, Zahlen und englischen Wörtenr, die zum Lernen benutzt werden. Ein paar sind aber bereits vergilbt und an manchen Stellen eingerissen und weil die Lehrer und alle anderen eigentlich keine Zeit dafür haben, möchte ich diese gerne in den restlichen vier Wochen nach und nach erneuern. Einige wissen vielleicht, dass ich nicht besonders gut im Zeichnen bin, aber abzeichnen kann ich zum Glück ganz gut und macht mir auch sehr viel Spaß J
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Morgen werde ich das Ganze dann noch ausmalen. Da ist übrigens ein Plakat für die Silben zum Lesen lernen, von denen ich gestern gesprochen habe.


Ansonsten war es ein ziemlich normaler Schultag. Ich habe mit den Kindern in den Pausen gespielt, ein wenig im Unterricht geholfen und mich mit den Lehrern unterhalten. Ratet übrigens, welcher Fußballspieler Teacher Michaels Lieblingsspieler war? Richtig, Michael Ballack! Da musste ich echt lachen und konnte voller Begeisterung von meiner Teeniezeit erzählen ;-)

Nicole und ich haben uns dann schon gegen 13:45 Uhr auf den Weg zum Omagottesdienst gemacht, der auch wieder sehr schön war. Am Anfang haben ein paar Omis Zeugnis gegeben und mega cool, zwei Sachen für die wir letzte Woche gebetet haben, sind eingetroffen. Der 13-jährige Enkelsohn der weggelaufen war, ist noch am gleichen Abend zu seiner Oma zurückgekehrt. Ich hatte letzte Woche für eine Shushu gebetet, dass ihre verschollene Tochter (ich dachte zwar letzte Woche, dass es ihr Sohn wäre, aber Gott wusste ja zum Glück, wen ich meine…) wieder auftaucht. Die Tochter hat sich dann seit Jahren in der letzten Woche wirklich bei ihrer Mutter gemeldet und erzählt, dass es ihr gut geht. Es ist echt ermutigend zu sehen, wie Gott Gebete erhört! J Das ist übrigens auch die Shushu, bei der der Gottesdienst immer stattfindet. Sie ist richtig cool und hat voll die schöne Ausstrahlung! Außerdem ist sie sehr aufmerksam. Wir (also Nicole, Pastor Paul und ich) sitzen nämlich immer in der prallen Sonne und das ist um die Mittagszeit wirklich sehr warm. Sie hat mir und Pastor Paul (der auch nicht besonders gerne in der Sonne sitzt) wohl angesehen, dass wir es anstrengend fanden, dort zu sitzen und ist in ihre Hütte gehumpelt und hat uns einen Regenschirm als Sonnenschutz geholt. Mega lieb! Ich habe am Ende noch mitgeholfen Tee und Brot zu verteilen, was mir echt große Freude macht.
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Auf dem Rückweg ist eine Kenianerin an mir vorbeigelaufen und meinte: „und wie geht es dir?“. Ich habe eine Weile gebraucht, um zu checken, dass sie Deutsch mit mir gesprochen hat. Nicole hat nämlich die Regel aufgestellt, dass wir in der Schule und wenn andere dabei sind nur Englisch sprechen, deswegen war ich da noch voll drin. Das Verrückte war aber, dass kurz vor Nicoles Haus ein kenianisches Mädchen mit einem Freundschaftsbuch stand. Bei genauer Betrachtung habe ich dann festgestellt, dass es sich um ein deutsches Buch handelte,  in das sich auch schon viele Deutsche eingetragen hatten. Wir haben uns dann kurz mit dem Mädchen unterhalten und Nicole hat ihr, ihre Visitenkarte gegeben. Kurz darauf hat die Mutter des Mädchens angerufen. Die Familie hat wohl für drei Jahre in Deutschland gewohnt und jetzt ist es der Mutter wichtig, dass ihre Tochter die Sprache nicht wieder verlernt.

Morgen besuchen wir übrigens die Partnerschulen und ich sehe die Kinder aus der letzten Woche wieder. Darauf freue ich mich schon! J

Montag, 1. September 2014

Schulanfang


Wie schon angekündigt, war heute der erste Schultag nach den Sommerferien. Zumindest für die Kinder aus Nicoles Center, andere Schulen öffnen zum Teil erst morgen oder Mittwoch. Erster Schultag heißt für die Keniaer aber oft nicht, dass ihre Kinder an diesem Tag in der Schule sein müssen, sondern dass sie mit den Vorbereitungen für die Schule beginnen sollten. Auch in der KiTa fehlten heute noch um die 20 Kinder. Nicole hat mir eine Top 5 mit Gründen zusammengestellt, warum die Kinder oft die ersten Schultage nach den Ferien verpassen:

1. Sie kommen nicht rechtzeitig aus dem Urlaub zurück.

2. Die Haare sitzen nicht und sie müssen noch zum Friseur.

3. Die Schuluniform wurde nicht rechtzeitig gewaschen.

4. Die älteren Geschwister haben noch länger Ferien.

5. Die Schnürrsenkel der Schuhe fehlen.

In Deutschland würde man den Kindern was erzählen, wenn sie auch nur eine dieser Ausreden bringen würden, aber hier sieht man mal wieder den Kulturunterschied...
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morgendlicher gemeinsamer Beginn mit Gesang, Gebet und Bibelgeschichte


Ansonsten war der erste Tag ganz gut. Ich vermisse es zwar mich mit den älteren Kindern unterhalten zu können, aber dafür sind die Kleinen soooo süß und deutlich weniger anstrengendJ. Sie spielen nämlich lieb zusammen ohne sich so oft zu streiten und sind insgesamt leiser. Außerdem klappt die Verständigung mit Händen und Füßen auch ganz gut. Heute habe ich irgendein Spiel mit ihnen gespielt und hatte keine Ahnung, wie das funktioniert. Als sie dann irgendwann angefangen haben zu schreien und ein Mädchen mich herausfordernd anschaute, hab ich verstanden, dass ich sie jetzt fangen musste ;-)

Ich habe heute auch schon erste Einblicke in den Unterricht bekommen. Die Kinder lernen in den drei Klassen eigentlich das, was in Deutschland im ersten Halbjahr gelernt wird, würde ich schätzen. Die jüngsten Kinder (3-4 Jahre) gehen in die Babyklasse und werden von Teacher Jane und Teacher Naomi unterrichtet. Sie lernen ein paar erste englische Wörter, das Alphabet, Zählen und so allgemeine Sachen wie Zähneputzen und nicht mit Fremden mitgehen. Nach dem Mittagessen machen sie übrigens erstmal einen Mittagsschlaf im Klassenzimmer.
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Mittagsschlaf


Die Lehrerin der „Nursery-Class“ ist Ann, die so alt wie ich ist und auch noch in der Ausbildung ist.  In dieser Klasse habe ich mich heute hauptsächlich aufgehalten und Ann ein wenig geholfen, indem ich Sachen mitkorrigiert habe und ein wenig Lesen mit den Kindern geübt habe. Die Kinder lernen hier übrigens auf eine etwas andere Art Lesen als in Deutschland. Ausgehend von den Vokalen sagen sie das Alphabet immer wieder mit einem Vokal auf:  A, Ba, Ca, Da, Fa, Ga, Ha usw. Lesen wird dann an Wörtern mit drei Buchstaben geübt, die aus solch einer Silbe und einem weiteren Buchstaben besteht. So hab ich das zumindest verstanden. In der letzten Stunde hatten die Kinder das Fach „Creative“, wo sie das Buchstaben schreiben geübt haben  mit Schreibschriftbuchstaben.  Dieses dient aber hauptsächlich um die Handmuskelatur zu stärken.
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"Pattern Writing"


Die ältesten Kinder gehen in die „Preunit-Class“ und werden von Michael unterrichtet. Sie verstehen schon am besten Englisch und werden auf den Schulstart vorbereitet.
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Michael unterrichtet die Kinder kurz spontan in der Mittagspause mit Hilfe einer toten Ratte


Ich hab mich heute während der Mittagspause noch länger mit den anderen Lehrern unterhalten und wir haben uns ausgetaucht, was wohl die größten Unterschiede zu Deutschland sind. Das war echt interessant! Ich denke beispielsweise, dass die Eltern hier oft (zumindest in den ärmeren Familien) eine andere Beziehung zu ihren Kindern haben als in Deutschland. In Deutschland stehen die Kinder oft an erster Stelle und werden sehr verhätschelt und verwöhnt. Meine Beobachtungen haben ergeben, dass die Mütter hier meist keinen besonders liebevollen Umgang mit ihren Kindern haben oder ihnen besondere Zuneigung zeigen. Es ist nicht so, dass ihre Kinder ihnen egal sind oder sie immer unfreundlich sind, aber ich denke Mütter in Kenia denken, das Wichtigste ist, die Kinder zu versorgen und ihnen eine gute Schulausbildung zu ermöglichen. Zusammengefasst steht das Kind nicht im Mittelpunkt der Familie, wie es in Deutschland oft der Fall ist.
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Ein paar der älteren Kinder aus der letzten Woche haben uns mit ihren Schafen besucht :)


Lustig fand ich auch, dass Teacher Jane meinte, in Deutschland wären die Kinder besser erzogen als hier. Das ist nämlich definitiv nicht so. Wer schon mal in einem ersten Schuljahr oder auch älteren Klassen war, weiß, dass es oft die Lehrer sind, die die Kinder erst noch erziehen müssen. Dagegen sind die Kinder hier reinste Engel. Ich denke, dass liegt vor allem daran, dass sie gelernt haben den Lehrern Respekt gegenüber zu bringen. In Deutschland ist also nicht alles besser als hier, auch wenn die Leute hier fest davon überzeugt sind.

Ich weiß, dass sich das zum Teil nach Stereotypen anhört, aber ich denke, es stimmt zum größten Teil. Und ja, ich möchte trotzdem noch Lehrerin werden ;-)

 

Morgen feiern wir Teacher Anne´s 22. Geburtstag und nachmittags findet wieder der Omigottesdienst statt, auf den ich mich schon sehr freue!


Sonntag, 31. August 2014

Die andere Seite der Ngong Berge


Nach dem morgigen Gottesdienst brachen wir zusammen mit Eliod und seine Tochter Rosa zu einer Art Restaurant/Freizeitanlage auf der anderen Seite der Ngong Berge auf. Zum Glück habe ich mir in Deutschland kurz vor meiner Abfahrt noch ein paar Reisekaugummis besorgt, denn Eliud hat einen Automatikwagen, deren Fahrten mir oft nicht so gut bekommen. Aber so konnte ich die ca. 40 minütige Fahrt genießen und wieder neue Städte Kenias sehen. Sehr interessant war es zu beobachten, wie sich die Landschaft veränderte je weiter wie auf die andere Seite der Berge fuhren. Es wurde immer trockener und man sah immer weniger grün
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Der Ausblick


An unserem Ziel angekommen, konnten wir einen atemberaubenden Ausblick genießen. Ich denke, so in der Art stellen sich die meisten Leute Afrika vor. Es hat mich mal wieder an König der Löwen erinnert. Am Rande bemerkt: Ich habe heute übrigens gelernt, dass Simba Kisuahli ist und übersetzt „Löwe“ heißt. Da war Disney also sehr einfallsreich ;-)
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Simba, Rosa, Eliud und ich


Wir haben uns dann an einen Tisch dort gesetzt und Hühnchen mit Pommes bestellt. Nach neun Tagen konnte ich also endlich mal wieder Fleisch essen J Das Essen wird dort total frisch zubereitet. Und ich meine wirklich frisch. Sie schlachten das Huhn nämlich erst nachdem es bestellt worden ist. Aber da ich aus einer Jagdfamilie komme, stört mich dieser Gedanke nicht wirklich.
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Nicole und ich :)


Während des Essens kamen dann Massai Leute und haben die Gäste dort ein wenig unterhalten und sich mit Fotos machen ein wenig Geld verdient. Rosa, die die ganze Zeit ganz will darauf war, Fotos mit meiner Kamera zu machen, wollte dort hingehen und auch „secretly“ ein Foto machen. Wie ihr euch bei dieser Aufnahme aber denken könnt, hat sie das nicht wirklich unauffällig gemacht :D
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Die Massai


Es gibt dort auch einen Swimmingpool, indem man für wenig Geld (ca. 35ct)schwimmen kann. Heute war es aber leider ein wenig kalt dafür. Dieser Platz ist auf jeden Fall ein richtiger Geheimtipp und ein wunderschönes Ausflugsziel.
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Der Swimmingpool mit der schönsten Aussicht


Auf dem Rückweg hat Eliud uns noch seinen Arbeitsplatz gezeigt. Er arbeitet für die UN und kümmert sich um die Umwelt. Heißt, er plant zum Teil auch Projekte, wie die Menschen in den trockenen Gegenden beispielsweise an Wasser kommen oder ähnliches. Zu dem Haus, in dem sich sein Büro befindet, gehört auch eine kleine Wetterstation. Hab also heute auch wieder etwas gelernt J

Heute werde ich dann wohl wieder etwas früher ins Bett gehen, da morgen die KiTa beginnt und wir um 6:15 Uhr hier aufbrechen werden. Ich freue mich schon sehr den KiTa Alltag und vor allem die Kinder kennen zu lernen!


Falls ihr euch die Fotos nochmal in groß anschauen wollt:
https://plus.google.com/photos/104166051692177639629/albums?banner=pwa

Samstag, 30. August 2014

Embu


Gestern war ein seeehhhrr langer, aber sehr lehrreicher Tag für mich. Aus diesem Grund komme ich erst jetzt dazu, diesen Blogartikel zu verfassen. Dafür bekommt ihr heute eine Menge Fotos J

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Reisfelder
Wie angekündigt, verließen wir um 6:15Uhr das Haus, um uns mit Jane zusammen auf den langen Weg in die Nähe von Embu zu begeben, wo sie herkommt. Auf der zweistündigen Fahrt von Nairobi nach Embu mit dem Matatu konnte ich sehen, wie sich die Landschaft veränderte und alles grüner und schöner wurde. Auch wenn ich aufgrund des wenigen Schlafes ziemlich gegen die Müdigkeit ankämpfen musste, konnte ich riesen Flächen voller Reisfelder und Plantagen mit Ananaspflanzen bewundern.
Wusstet ihr übrigens schon wo Ananas wächst? Das war nämlich die erste Sache, die ich gestern gelernt habe. Die wachsen nicht an Bäumen, sondern an Sträuchern und zwar nur eine Frucht pro Strauch. Auf dem Bild könnt ihr so einen Strauch erkennen. Ihr müsst euch nur noch eine Ananas in der Mitte vorstellen, dann wisst ihr wie so eine Pflanze ungefähr aussieht.
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Ananaspflanze


Von Embu fuhren wir dann mit einem Taxi den Berg hinauf zu dem kleinen Ort, wo Janes Vater wohnt. Das war wieder eine sehr abenteuerliche Fahrt. Denn erstens war die Straße so holperig, dass es wie eine Achterbahnfahrt war und zweiten werden die Autos hier bis auf den letzten Platz vollgepackt. In einem normalen fünf Personen PKW sitzen dann vier Leute hintern, aber auch vier Leute vorne, sodass sich der Fahrer seinen Platz auch noch mit einem Fahrgast teilt. Wenn es dann noch ein Auto mit Gangschaltung ist, wird das Ganze noch abenteuerlicher. So hab ich mir das Auto auf der Hinfahrt mit sieben weiteren Personen geteilt und auf der Rückfahrt waren wir sogar zu 12, weil im Kofferraum auch noch vier Personen saßen. Ich habe also auch gelernt, dass durchaus 12 Leute in ein Auto passen, dass für fünf ausgelegt ist ;-)
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Die Teepflücker auf ihrem Weg zum Lager
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Das Lager


Auf dem Weg zu dem Haus von Teacher Jane sind wir dann an riesigen Teefeldern vorbeigelaufen, die auch ihr Vater in großen Mengen hat. Wie Tee wächst, wusste ich vorher auch nicht. Die Arbeiter pflücken nur die oberen Blätter, da diese das meiste Aroma haben und transportieren sie dann in großen Körben zu einer Sammelstation bringen. Dort werden die schlechten Blätter aussortiert und später alles zu einer Teefabrik gebracht.  Auf dem Weg sind wir auch an Kaffeebäumen vorbeigekommen. Das war dann gleich die nächste Lehrstunde für mich. Ich wusste zwar, dass die Kaffeebohnen nicht fertig wie Beeren an Sträuchern wachsen, aber hätte niemals erkannt, dass es sich bei diesen grünen Kugeln an den Bäumen, um Kaffee handelt. Wenn die Kugeln rot sind, sind sie reif und können gepflückt werden. In jeder Kugel sind dann zwei weiße Bohnen. Nach Kaffee riecht das aber übrigens kein bisschen.
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Kaffee, der aber noch nicht reif ist.

Um halb zwölf sind wir dann endlich bei Janes Vater angekommen.  Die wohnen da echt wunderschön. Mitten im Grünen umgeben von Feldern, Bananenstauden  und anderen Pflanzen, die sie anbauen. Dort wurden wir erstmal mit jeder Menge Essen versorgt. Unter anderem auch arrow roots (rot) und cassava (gelb), die ihr auf dem Foto seht. Die wachsen unter der Erde und sind von der Konsistenz ein wenig wie Kartoffeln. Wonach die schmecken, kann ich nicht wirklich beschreiben, aber mein Fall ist es nicht so. Heute Morgen haben wir die übrigens angebraten zum Frühstück gegessen, das schmeckt schon besser.
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Teacher Jane und ihre beiden Kinder

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Inmitten von Bananenstauden.
Nach dem Essen haben wir das Land des Vaters besichtigt. Wunderschön! Große Teeplantagen, Erben, Bananenstauden, Paradiesfrüchte, vereinzelte Ananaspflanzen und noch viel mehr.  Die Tochter von Jane zeigte mir den „River“. Im Englischen gibt es glaub ich kein Wort für Bach, bei dem, was die hier alles als River bezeichnen ;-) Auf dem Hinweg haben wir laut Teacher Jane übrigens einen der größten Flüsse überquert. Der war aber noch nicht mal so breit, wie der Dortmund-Ems-Kanal. Laut meiner Einschätzung zumindest.
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Der Fluss


Anschließend haben wir noch eine Kaffeefabrik besichtigt, die aber im Moment nicht in Betrieb ist, da gerade keine Erntezeit für Kaffee ist. War aber trotzdem sehr interessant. Vor allem hatten die an jedem Haus oder an jeder Station ein Schild, wo draufstand wofür das ist.
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So sehen die ungerösteten Kaffeebohnen aus.

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Hier werden die Bohnen getrocknet.
 

Gegen zwei Uhr haben wir uns dann wieder auf den Rückweg gemacht. Dieser hat aufgrund der Rushhour sehr viel länger gedauert, sodass wir erst um 20:15 Uhr wieder zu Hause waren.

Manche denken jetzt vielleicht, ob sich der lange Weg überhaupt gelohnt hat. Ja, es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Ich konnte wieder neu entdecken, wie wunderbar Gott diese Welt erschaffen hat und Jane und ihre Familie waren sehr glücklich, dass wir sie besucht haben.
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Missionary Day


Da es schon wieder recht spät ist, berichte ich euch nur noch kurz von diesem Tag.

Genau wie letzte Woche gingen wir erst zum Großhandel und zum Markt und transportierten die ganzen Lebensmittel anschließend mit einem Taxi zum Center. Dort haben wir diese dann verstaut und noch ein paar Sachen gemacht, wie zum Beispiel die Tische abgewischt, da am Montag die Schule wieder beginnt und dafür alles gut vorbereitet sein muss.

Auf dem Rückweg haben wir Shushu blind wie letzte Woche besucht und ihr Lebensmittel vorbeigebracht. Ihre Schwiegertochter kam noch vorbei und meinte, dass Shushu blind 1905 geboren worden sei. Unsere Rechnungen haben ergeben, dass sie dann jetzt schon 109 Jahre alt ist. Echt beeindruckend! Sie hat uns dann noch ein wenig erzählt, wie es war als die ersten Muzungus (Weißen) hierin gekommen sind. Achja nur so am Rande bemerkt, hier werde ich oft einfach nur Muzungu gerufen, gerade von den Kindern. Manchmal ein bisschen nervig, aber eigentlich finde ich es ok. Ich weiß zumindest, wann die Leute über mich reden ;-)

Im Supermarkt haben wir danach noch Hefte und Federmäppchen für das neue Schuljahr gekauft, was im Januar beginnt. Nicole muss nämlich schon früh mit den Vorbereitungen beginnen, da es erstens jede Menge Kinder sind, die versorgt werden müssen und zweitens sich die Kenianer oft viel Zeit für Sachen lassen. Da ist man auf der sicheren Seite, wenn man mit den Besorgungen schon früh anfängt. 

Zum Abschluss des Missionary Day haben wir noch eine Familie besucht, deren Tochter auch durch eine Patin aus Deutschland unterstützt wird. Wir waren somit erst gegen 17 Uhr zu Hause und sind 20Minuten später schon wieder zur Kirche aufgebrochen, wo heute Abend Lobpreisabend war.

Nach dem stressigen Tag, an dem wir wenig Zeit zum Ausruhen hatten, war es echt eine gesegnete Zeit, in der wir auftanken konnten.

 Es gab auch noch einen kurzen Input zum Thema „ Wie höre ich Gottes Stimme?“. Für manche mag sich das vielleicht komisch anhören. Ich selber habe da am Anfang auch nicht wirklich dran geglaubt. Aber inzwischen hat Gott schon oft zu mir gesprochen, durch andere Menschen oder durch Gedanken, die ich plötzlich im Kopf hatte und ich wünsche mir, dass ich sensibler für Gottes Stimme werde.  Manche Leute sagen bestimmt, das sei  Einbildung, aber ich wäre jetzt nicht in Kenia, wenn Gott mir nicht gesagt hätte, ich solle mal etwas wagen (Vielleicht werde ich in einem anderen Blogartikel mal erzählen, wie genau ich nach Kenia gekommen bin). Ich glaube, dass mein Gott ein lebendiger Gott ist und deshalb auch zu mir spricht.

Man könnte sagen, es ist Zufall, aber ich denke, dass es geplant ist, dass mir dieses Thema auch in Deutschland in letzte Zeit immer häufiger begegnet ist.

Nach der Kirche hat Eliod uns netterweise mit dem Auto nach Hause gefahren, sodass wir im Dunkeln nicht mehr durch Ngong laufen mussten, was wir ja eigentlich stets vermeiden.

Morgen früh werden wir erneut in die Kirche zum Gottesdienst gehen und anschließend mit Eliod, seiner Tochter und seiner Nichte und seinem Neffen einen Ausflug in eine Massaistadt hinter den Ngong Bergen machen. Dort werde ich wahrscheinlich auch Fleisch zu essen bekommen J

Ich wünsche euch einen gesegneten Sonntag!

Donnerstag, 28. August 2014

Stärke!

Heute war der letzte Tag der Activity Week. Ich bin ein wenig traurig darüber, da ich gerade Kontakt zu den Kindern aufgebaut habe und mir inzwischen sogar ein paar Namen merken konnte. Andererseits ist es sehr anstrengend, wenn es außer Essen kein festes Programm gibt, da sie oft auf dumme Gedanken kommen oder andauernd miteinander kämpfen. Deshalb freue ich mich auf der anderen Seite auch schon, wenn die Pre-Primary School nächste Woche beginnt, die süßen Kleinen kommen und es einen sehr strukturierten Ablauf gibt :) Ich werde die Älteren aber in den nächsten Wochen auf jeden Fall mal in ihren Schulen besuchen, da es mich echt interessiert, wie sie so unterrichtet werden.
Am Anfang der Woche haben die ältesten Jungs immer über mich gelacht, wenn ich ihnen erzählt habe, dass ich stark bin und viele Muskeln habe. Deswegen habe ich sie heute zum Armdrücken herausgefordert und ich habe gegen alle gewonnen :D
Ich denke, sie waren ziemlich beeindruckt ;-) Später hat mich einer der Jungs gefragt, welche Übungen ich denn zu Hause mache, dass ich so stark bin. War schwer zu erklären, da Handball hier keiner kennt. Aber mit Liegestützen konnten sie dann doch etwas anfangen.
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Gestern fragte mich Daniel übrigens, warum ich denn so etwas einfaches wie Lehrerin werden will und nicht "something bigger". Die meisten Kinder hier wollen nämlich Pilot, Arzt, Ingenieur oder Stewardess werden. Hab ihm dann versucht zu erklären, dass ich Kinder einfach sehr gerne mag usw. Aber ich glaube wirklich nachvollziehen konnte er das nicht. Der Lehrerberuf hat hier wohl ein etwas anderes Ansehen als in Deutschland ;-)


Morgen früh brechen wir gegen 6:15 Uhr auf und fahren zu der Farm von dem Vater von Teacher Jane. Wir werden für eine Fahrt ca. drei Stunden brauchen, aber ich denke, das wird sich auf jeden Fall lohnen. Erstens kann ich dann auf der Fahrt noch mehr von Kenia sehen und zweitens werden wir dort besichtigen, wie Reis und Tee angebaut wird. Das stelle ich mir echt interessant vor. Ich werde also eine Menge zu berichten haben :)